Seit der Erfindung der Photographie im Jahr 1839 faszinierte dieses neue Medium neben einer wachsenden Zahl von professionellen Anwendern insbesondere auch diejenigen, die bisher mit anderen Mitteln Bilder geschaffen hatten - Maler und Zeichner. Ob zu dokumentarischen Zwecken, als privates Archivmaterial im intimen Familienalbum, als Vorlage für das zu schaffende Werk, weil ein Photo preisgünstiger zu haben war als ein lebendes Modell, oder aber als eigenständiges Ausdrucksmittel kreativen Schaffens: in den mehr als eineinhalb Jahrhunderten ihres Bestehens haben sich fast alle namhaften Maler mit der Photographie auseinandergesetzt. Der französische Photohistoriker Michel Poivert (geb. 1965), Leiter des Masterstudiengangs zur Geschichte der Photographie an der Sorbonne und Kurator bedeutender Ausstellungen zum Thema in Paris und Lausanne, legt diese umfassende Untersuchung vor, die anhand des Oeuvres von 29 Künstlern der westlichen Welt alle Aspekte der komplexen Wechselwirkung von Malerei und Photographie auslotet - und mit zahlreichen Bildbeispielen eindrucksvoll belegt.