Auf dem leicht schräg in den Raum gestellten Tisch breitet Henri Fantin-Latour vor unseren Augen die herrlichsten Früchte aus. Vollreife Aprikosen liegen bei duftenden Feigen und grünen Mandeln. Zwei Kirschen vermitteln zwischen den frischen Himbeeren und dem Zweig mit roten Johannisbeeren, der am Tischende aus dem Bild herausragt. So naturgetreu gemalt wie die Trauben des Zeuxis, sind wir verlockt zuzugreifen. Farblich zurückgenommen, aber prächtig in der Ausformung nimmt die Glasvase mit den üppigen Hortensienblüten den größten Raum ein. Der Künstler stellt sie genau auf die Linie des Goldenen Schnittes. Die scheinbar zufällige Zusammenstellung der Objekte ist perfekt geplant. Durch die strenge Komposition erzeugt der Maler eine geordnete Ruhe, die sich auf den Betrachter überträgt. Mit unendlicher Gelassenheit versinken wir in den Anblick vollkommener Schönheit. 1836 in Grenoble geboren, unterrichtet ihn sein Vater im Kopieren. Ab 1854 studiert er an der École des Beaux-Arts in Paris. Berühmtheit erlangte Fantin-Latour durch seine Stillleben. Der Rokoko-Meister Jean-Siméon Chardin stand ihm näher als die Impressionisten. In den 1880er-Jahren dominierte die Lithografie sein Werk. In diesem Medium setzte er die Musik von Wagner oder Hector Berlioz in traumgleiche Visionen um. Fantin-Latour stirbt 1904 in Buré in der Normandie. Original: Sammlung Gulbenkian, Lissabon. Dieser Dietz-Giclée-Druck aus dem »Tempel des Kunstdrucks« hat die Aura des Originals: Das digitale Bild diente als »Rohling«, welcher durch jahrzehntelange handwerkliche und künstlerische Erfahrung und Arbeit eine im Siebdruck veredelte Oberfläche erhielt. Die Einbeziehung moderner Technik ermöglicht es, hochwertige Gemälde-Reproduktionen zu relativ günstigen Preisen anzubieten.