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Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Goethe in der römischen Campagna (1787).

Dietz-Giclée auf Leinwand, im Siebdruck veredelt.

Format mit Rahmen 62 x 76 cm, gerahmt mit cremeweißer Echtholzleiste, limitierte Auflage: 990 Exemplare.

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Dieses Gemälde bestimmte das Bild der Nachwelt von Johann Wolfgang von Goethe, wie kein anderes der zahlreichen Porträts. Auch Andy Warhol erkannte diese ikonische Wirkung und nutzte es als Vorlage für seine berühmte Farbsiebdruckserie. Als das Original 1786 entsteht, ist der Dichter 37 Jahre alt und befindet sich mitten in einer Lebenskrise. Überstürzt reist er nach Italien ab. Goethe ist inkognito unterwegs und nennt sich auf der Reise Filippo Miller. Die Pflichten des Weimarer Hofes hinter sich lassend erlebt er hier nicht nur die ersehnte italienische Landschaft. Der Abschluss des schönsten Langgedichts in deutscher Sprache, der Iphigenie, wird ihm in Rom gelingen. Fernab vom Zeremoniell kann er hier befreit unter seinesgleichen verkehren. Goethe zieht in das von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1825) und anderen Künstlern bewohnte Haus am Corso ein. Der Maler ist für den Dichterfürsten kein Unbekannter. Dank Goethes Unterstützung erhielt Tischbein ein Stipendium. Aber erst in Italien knüpfen sie ein Freundschaftsband. Tischbein begegnet dem Älteren mit tiefer Hochachtung und ehrlicher Verehrung. Übersetzt in seine Bildsprache zeigt er diese Gefühle, indem er Goethe in einer Pose zeigt, die Renaissancemaler für Gottheiten reservierten. Rechts sieht man die Ruinen eines römischen Aquädukts, in der Mitte das runde Grabmal der Caecilia Metella, der Tochter eines römischen Konsuls. Er sitzt auf antiken Ruinen. Der große Künstlerhut, modisches Accessoire der Zeit, umfängt den Kopf wie einen Heiligenschein. In Gegensatz dazu steht der konzentrierte Gesichtsausdruck Goethes. Mit zusammengezogenen Augenbrauen geht sein Blick ins Unbestimmte. Worüber er nachsinnt, verrät das mit Efeu umfangene Relief im Hintergrund. Es stellt die erste Begegnung zwischen Iphigenie, ihrem Bruder Orest und dem treuen Gefährten Pylades dar. Eine Schlüsselstelle im Drama, die Goethe umformuliert und dadurch der Königstochter aus Tantalus Geschlecht zu einem reineren Charakter verhilft. Als Tischbein 1799 Neapel verlassen muss, bleibt das unvollendete Gemälde zurück. Das Bild kam während einer Italienreise in den 1840er-Jahren in den Besitz der Familie Rothschild und gelangte so in die sogenannte Günthersburg, dem Frankfurter Landsitz der Familie. 1878 übergab Adèle Hannah Caroline von Rothschild (1843-1922) dieses berühmte Bild an das Frankfurter Städel. Original: Städel Museum, Frankfurt am Main. Dieser Dietz-Giclée-Druck aus dem »Tempel des Kunstdrucks« hat die Aura des Originals: Das digitale Bild diente als »Rohling«, welcher durch jahrzehntelange handwerkliche und künstlerische Erfahrung und Arbeit eine im Siebdruck veredelte Oberfläche erhielt. Die Einbeziehung moderner Technik ermöglicht es, hochwertige Gemälde-Reproduktionen zu relativ günstigen Preisen anzubieten.